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B2 Sprechen · Teil 2 (Präsentation)

Darf man Hausfrau auf Lebenszeit sein?

Die bürgerliche Hausfrau war über Jahrhunderte eine machtvolle Person.

Sie war Wirtschafterin – das Wort „Haushalt“ bedeutet ja nichts anderes als „Ökonomie“.

Sie war Schneiderin, Wäscherin, Bäuerin, Krankenschwester und Lehrerin.

Und heute?

Hausfrau sein kann ein alternativer Lebensentwurf sein, ein Widerstand gegen alle Aufdringlichkeiten des Zeitgeistes.

Die bewusste Hausfrau habe, was Kinder zum Großwerden brauchen, sagen Befürworter dieses Lebensentwurfs: Zeit.

Zeit zum Spazierengehen, zum Plätzchenbacken, zum Basteln, zum Vorlesen.

Die Entscheidung einer Frau, sich für den absehbaren Rest ihres Lebens nur noch um die Familie und den Haushalt zu kümmern, betreffe nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das des Mannes, lautet ein Einwand gegen diese Vorstellung.

Sie verpasse ihm die alleinige Rolle des Ernährers, was nicht mehr zeitgemäß sei.

Biologisch sei das nicht länger notwendig als bis zum Ende der Stillzeit.

Zudem würde in die Bildung von Mädchen Geld investiert, und diese Bildung solle der Gesellschaft zugutekommen.

Diesem Einwand kann man entgegenhalten, dass die Ausbildung nicht brachliegt, sondern in die Erziehung der Kinder einfließt und Hausfrauen dadurch einen unschätzbaren Beitrag zur Zukunft der Gesellschaft leisten.

Die Hausfrau sei eine wohltuende, altruistische Erscheinung in einer Welt von Egomanen; sie arbeite nicht an ihrer Selbstoptimierung, sondern am Wohlergehen anderer, an der Stabilität von Bindungen in einer Zeit der Unverbindlichkeit, meinen Befürworter.

Einer solchen Arbeit fehle es an Anerkennung, lautet ein Einwand, und mit der Zeit würden die betroffenen Frauen darunter leiden, ihre eigene Biografie dauernd rechtfertigen zu müssen.

Wenn die Kinder erwachsen seien, würde den Nur-Hausfrauen zudem klar, dass die Zeit zu Hause eine nicht rückholbare Lebenszeit gewesen sei.

Früher sei eine Eheschließung ein Versorgungspakt gewesen, der jedem der beiden Beteiligten seine Rolle zuschrieb.

Heute sei eine Partnerschaft eine Vereinbarung, den zunehmend unberechenbaren Erwerbsweg gemeinsam zu bewältigen, mit wechselnden Rollenverteilungen.

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