Englisch als weltweite Unternehmenssprache
Für international tätige Firmen ist die Konzernsprache Englisch selbst in anderssprachigen lokalen Märkten selbstverständlich geworden.
Das Internet hat diese Entwicklung noch weiter beschleunigt.
Über Vor- und Nachteile kann man geteilter Meinung sein.
Faktum ist, dass Englisch die Sprache der Wirtschaft und Wissenschaft geworden ist, und daran wird sich kaum etwas ändern.
Kritiker dieser Entwicklung wenden jedoch ein, dass Sprache mehr sei als bloße Information.
Die farblose und emotionslose Verwendung von oft unzulänglich beherrschtem Englisch sei nicht geeignet, wirklich Brücken zu schlagen.
Dem halten Befürworter entgegen, dass für praktisch alle global tätigen Unternehmen, unabhängig von ihrem Heimatstandort, Englisch zur Sprache des Anknüpfens und Pflegens von Kontakten auf der Welt geworden sei: vielleicht ein ungeschliffenes Mittel, um die Geschäftskulturen zusammenzubringen, aber immerhin ein erster Schritt.
Außerdem spare man so beträchtliche Mittel für Dolmetscher und Übersetzungen.
Was sich für die Unternehmen wirtschaftlich rechne, löse bei den Mitarbeitern aber oft Ängste aus.
Sie fühlten sich in ihren Fähigkeiten eingeschränkt.
Besitzen sie in ihrer Muttersprache einen großen Wortschatz und können sich sicher ausdrücken, verlieren sie diese Fähigkeiten oft in einer Fremdsprache.
Eine gemeinsame Sprache erleichtere zwar die Kommunikation und die Teambildung, räumen die Gegner ein.
Aber eine gemeinsame Sprache vermittle den Menschen auch die Illusion, dass sie tatsächlich wirksam miteinander kommunizieren.
Die gleichen Wörter können in anderen lokalen Gegebenheiten jedoch eine völlig unterschiedliche Bedeutung bekommen, und eine andere oder ein starker Akzent könne den Austausch ebenso behindern wie fördern.
Unterschiedliche Denkmuster, die mit Sprache verbunden seien, könnten in solchen Unternehmenskulturen gar nicht zur Geltung kommen, und die Organisationen könnten somit das mögliche Potenzial an Ideen und Perspektiven ihrer Mitarbeiter nur eingeschränkt nutzen.
Deshalb müsse Sprachvielfalt bewahrt und wertgeschätzt werden, und man dürfe auch einem sagen, wenn man sich auf eine gemeinsame Sprache einigen wolle.
