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B2 Sprechen · Teil 2 (Präsentation)

Mehrsprachige Erziehung

Ein spanischer Kindergarten, eine mehrsprachige Kindertagesstätte und abends noch Kinderlieder auf Englisch – viele Eltern wollen ihre Kinder schon früh zum Global Player machen.

Psychologen und Erzieher warnen jedoch vor zu viel Ehrgeiz: Sprachstress kann später zu Lernproblemen führen.

In Zeiten der Globalisierung, so sehen es Eltern oft, sind Fremdsprachenkenntnisse die Basis einer ordentlichen Karriere.

Aus entwicklungspsychologischer Sicht bringt Mehrsprachigkeit im Kindesalter tatsächlich einige Vorteile mit sich.

Multilingual erzogene Kinder lernen später auch andere Fremdsprachen leichter, weil sie schon früh ein Gefühl für die Systematik hinter einer Sprache entwickeln, sagt die Psychologin Nicola Küpelikilinc.

Außerdem falle es diesen Kindern leichter, einen anderen Blickwinkel auf Sachverhalte zu bekommen und kreativ auf ihren Alltag zu reagieren.

Auch die kommunikative Kompetenz ist laut Küpelikilinc bei mehrsprachig erzogenen Kindern meist ausgeprägter.

Doch nicht jeder Sprachimpuls in der Kindheit fällt auch auf fruchtbaren Boden.

Die gebürtige Britin Küpelikilinc hat ihre eigenen Kinder dreisprachig erzogen.

Sie ist sich sicher: „Die mehrsprachige Erziehung funktioniert nur dann, wenn das Kind eine emotionale Bindung zu der Sprache aufbauen kann.“ Sie rät daher Eltern, die diese Erziehungsmethode wagen wollen, sich im Vorfeld erst einmal damit zu beschäftigen, welche Sprache ihnen selbst am ehesten liegt.

Denn wer sich in der Fremdsprache nicht wohlfühlt, könne sie nicht authentisch vermitteln.

So könnten zum Beispiel die Herkunft der Eltern, eine Tante in Frankreich oder eine fremdsprachige Erzieherin eine Basis bilden, durch die Kinder auch kulturell den Bezug zu der Fremdsprache finden.

Die Psychologin warnt vor allzu großen Erwartungen an die mehrsprachige Erziehung.

Manchmal reagierten die Kinder zwar schon nach kurzer Zeit auf die neue Sprache, weigerten sich aber, sie selbst aktiv anzuwenden.

Bedenklich sei es allerdings, wenn das Kind unter Druck gesetzt werde.

„Zu hohe Ansprüche der Eltern führen schnell zu einem regelrechten Lernstress, dem das Kind ausgesetzt wird.

Dann kann es sein, dass diese negative Erfahrung mit Fremdsprachen später zu Lernproblemen führt“, warnt die Expertin.

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