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Evolution
Die zunehmende Klimaveränderung macht sich bereits in der Tierwelt bemerkbar: Zugvögel müssen ihre Eier früher legen, um sich an die wärmeren Frühjahrstemperaturen anzupassen. Bei manchen Arten hängt das Zugverhalten aber nicht nur vom Klima ab, sondern auch von anderen Reizen wie der Länge der Tage. Diesen Vögeln fällt es besonders schwer, die Eiablage an die geänderten Bedingungen anzupassen, denn der Zeitpunkt des Abflugs aus den Überwinterungsregionen wird von Einflüssen bestimmt, die nichts mit der Temperatur zu tun haben. So geraten Temperaturwandel und unveränderte Außenbedingungen leicht in Widerspruch.
Das Klima hatte einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung des Menschen, vermuten Wissenschaftler. Sie stellten einen „Klimakalender" auf, demzufolge fünf dramatische Klimaänderungen die Evolution beschleunigt haben. Die Notwendigkeit, sich an neue Umstände anzupassen, habe die Entwicklung des Gehirns vorangetrieben und zum aufrechten Gang beigetragen; auch neue Werkzeuge entstanden teilweise unter diesem Druck. Sucht man ein Merkmal, das den Menschen vom Tierreich abhebt, so ist es seine außerordentliche Unabhängigkeit von den Launen der Natur: Einer Hypothese zufolge war es gerade das stetig wechselnde Klima der letzten Jahrmillionen, das den Menschen zum Menschen machte.
Fast dreizehn Jahrhunderte lang blühte die Hochkultur der Maya, bis es zu ihrem Zusammenbruch kam. Fachleute streiten seit Jahrzehnten, was den Kollaps auslöste – Kriege, Hunger oder das Klima. Eine neue Studie spricht für Letzteres: Anhaltende Trockenheit führte zumindest indirekt zum Untergang. Zwischen dem 8. und 10. Jahrhundert wurden viele Städte aufgegeben und die Bevölkerung ging drastisch zurück. Lange vermutete man vor allem blutige Auseinandersetzungen oder Naturkatastrophen; erst in den letzten zwanzig Jahren mehren sich die Stimmen, dass eine Veränderung des Klimas die eigentliche Triebfeder des Untergangs gewesen sein könnte.
Experten nehmen an, dass täglich rund 100 Tierarten aussterben, und gehen davon aus, dass binnen zwanzig Jahren ein Viertel aller bekannten Arten verschwunden sein wird. Der Mensch treibt dieses Sterben voran; Zerstörung von Lebensraum, Umweltverschmutzung und Krankheiten gefährden Tiere und Pflanzen. Ohne menschliches Einwirken würden pro Jahr höchstens 25 Arten aussterben. Neben dem Verlust der einzelnen Art hat das Aussterben Folgen für das ganze Ökosystem, dessen Gleichgewicht gestört wird: Stirbt eine Art, sterben oft auch andere, von ihr abhängige Arten.
Wie eng eine Art mit ihrem Lebensraum verbunden ist, zeigt sich oft erst, wenn sie verschwunden ist: War sie ein wichtiges Glied der Nahrungskette, verschwinden plötzlich auch andere Lebewesen. Wie viele Arten es überhaupt gibt, ist umstritten – Wissenschaftler gehen davon aus, dass der größte Teil noch gar nicht entdeckt ist. Beim jetzigen Tempo würde es Jahrhunderte dauern, alle zu beschreiben; bekannt sind erst knapp zwei von geschätzten 30 Millionen Arten. Von vielen weiß man nichts über ihre Rolle im Ökosystem – und schon gar nicht, wie nützlich sie für den Menschen sein könnten.
Anzahl und Rolle der Arten noch unklar
Veränderte Wanderwege von Zugvögeln
Wetterbedingungen könnten den Zerfall von Hochkulturen beschleunigt haben
Klimawandel erschwerte die Evolution
Optimistische Projekte gegen das Artensterben
Störungen des biologischen Rhythmus von Zugvögeln
Der Mensch ist am Aussterben von Tierarten schuld
Keine neuen Erkenntnisse über den Niedergang der Hochkultur
Evolution durch klimatische Veränderungen begünstigt
Neue Studie belegt Verwandtschaft zwischen Säugetieren
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