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Lesen Teil 1 - Wohnen
Wer im Alter nicht mehr allein leben möchte, aber dennoch selbstbestimmt wohnen will, sucht oft nach einer passenden Einrichtung. Konventionelle Heime und Seniorenresidenzen haben jedoch den Nachteil, dass ihre Regeln die Bewohner einschränken. Für viele Ältere und ihre Angehörigen ist außerdem die Bezahlbarkeit entscheidend, denn die durchschnittliche Rente erlaubt keine allzu hohen Ausgaben. Eine günstigere Alternative bietet nun ein neues Wohnprojekt, das aus einer Kooperation hervorgegangen ist und selbstbestimmtes Leben mit bezahlbaren Kosten verbinden will.
Als junger Mensch in Wien auf Wohnungssuche zu sein, ist eine große Herausforderung. Wer ein Studium aufnimmt oder einen Ausbildungsplatz erhalten hat, dem fehlen oft die Mittel für ein annehmbares Quartier: Schon vor dem Einzug fallen Kaution und Maklergebühren an. Um eine günstige Gemeindewohnung zu beantragen, muss man bereits mehrere Jahre in Wien gemeldet sein, und auch dann ist Geduld nötig; zudem sind gleich alle Suchkriterien festzulegen. Für junge Leute, die ihre Zukunft kaum genau planen können, sind solche Wohnungen daher meist keine Option. Die Stadt will nun verstärkt Projekte mit flexiblen Vertragsbedingungen fördern.
Wohnen wie immer? Laut dem Zukunftsforscher Adrian Gregorius wird sich in den nächsten Jahrzehnten ein Wandel der Wohnkultur vollziehen, bedingt durch die Bevölkerungszunahme in den Städten. Die Konzentration vieler Menschen im Stadtgebiet sieht Gregorius nicht grundsätzlich als Problem: Richtig geplant, sei das Stadtleben ressourcen- und energieschonend, und private Autonutzung werde weitgehend überflüssig. Nicht nur die Dichte, sondern auch veränderte Gesellschaftsstrukturen machten es nötig, das Wohnen in privaten und flexibel gemeinschaftlich nutzbaren Räumen neu zu denken. Einheitslösungen könne es dabei nicht geben – die Vielfalt der Stadtbewohner verlange vielfältige Bau- und Wohnformen.
Dass sich Menschen einmal nach möglichst wenig Wohnfläche sehnen würden, hätte kaum jemand vermutet. Eine neue, aus den USA stammende Bewegung zielt darauf ab, sich von Überflüssigem zu trennen und nur das zu behalten, was auf 15 bis 20 Quadratmetern Platz findet. Diese „Tiny Houses" erfreuen sich auch in Österreich wachsender Beliebtheit, da sie günstig sind und sich bei Bedarf per LKW an einen anderen Standort bringen lassen. Besonders ländliche Gemeinden, die unter Abwanderung leiden, haben großes Interesse daran: So können sich wieder Menschen in entlegenen Orten ansiedeln. Mancherorts wurden bereits Vermittlungsbörsen für Interessierte eingerichtet.
Wer hat sich nicht insgeheim den Tag herbeigesehnt, an dem die Kinder selbstständig werden und das gemeinsame Zuhause verlassen? Für viele Eltern ist das Fehlen des Nachwuchses jedoch ein Einschnitt, der das Ende eines Lebensabschnitts signalisiert; hinzu kommt das Bewusstsein des eigenen Älterwerdens. So beginnt oft eine schwierige Phase der Umorientierung. Um Einsamkeit und Leere zu überwinden, entschließt sich manches Paar zu dem radikalen Schritt, das nun zu große Heim zu verkaufen und sich etwas Kleineres und Günstigeres zu suchen, das besser zu den neuen Gegebenheiten passt – statt die frei gewordenen Räume umzugestalten.
Experte sagt Wohnungsnot in Städten voraus
Selbstbestimmtes Leben im Alter für viele zu teuer
Wie man zusätzlichen Wohnraum nutzen kann
Hausbesitz schränkt die Mobilität ein
Wohnentwürfe so divers wie die Menschen
Ansprüche an die Wohnfläche sind altersabhängig
Neuer Trend könnte Einwohnerzahl steigern
Für leistbares Wohnen werden lange Wartezeiten akzeptiert
Landleben gibt neue Energie
Wohnbedürfnisse der Jugend bisher vernachlässigt
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